Eltern-Kind-Beziehung

Bindungseinladung für Dein Kind 

Über die Bedeutsamkeit einer guten Eltern-Kind-Bindung wird mittlerweile viel gesprochen und das ist auch gut so. Doch wozu dient eigentlich Bindung und weshalb ist es so bedeutsam, dass sich Dein Kind 
an DICH bindet? 
 

Wir sind Bindungswesen:  Kontakt und Nähe sind für uns (menschliche Säugetiere) in der 

Hierarchie sogar höher angesiedelt als das Stillen von Hunger.
 
Bindung ist die Voraussetzung für Entwicklung und Reifwerdung: Der sichere und geborgene Bindungsraum zwischen Dir und Deinem Kind ist die Voraussetzung dafür, dass sich Dein Kind entwickelt und heranreift.
 
Bindung ist hierarchisch organisiert und stellt den Kontext dafür bereit, dass Du Dein Kind erziehen kannst: Dein Kind schaut zu Dir auf, hört zu, ahmt nach, ist loyal, hilft mit, will erfreuen, übernimmt Deine Werte, teilt seine Geheimnisse und noch vieles mehr. Ist Dein Kind an Dich gebunden, lässt es sich von Dir nähren, führen und trösten.
 
Dein Kind kommt dann in Deiner Gegenwart zur Ruhe, sein Herz wird weich und es kann seine Gefühle fühlen. Ist der Bindungstank Deines Kindes gefüllt, so ist es frei ins eigene Spiel zu finden oder auch voller Neugier die Welt zu erkunden und zu erforschen. Bindung braucht Pflege.
 
Was gelingt in Deiner Eltern-Kind-Bindung gut? Wovon wünscht Du Dir mehr für Dich und Dein Kind? Schreib mir und lass mich gerne wissen was Dich bewegt....


Bindung stärken - aber wie? 

Im letzten Blogpost ging es um die Bedeutsamkeit einer guten Eltern-Kind-Bindung - doch wie kannst Du diese so bedeutsame Beziehung pflegen und nähren? 

 
Vielleicht hilft es Dir, Dich zu erinnern was Du getan hast als Du das letzte Mal richtig verliebt warst: Auf welche Weise hast Du versucht, die Nähe Deines geliebten Menschen immer wieder herzustellen und zu 

bewahren? Dies ist durchaus übertragbar auf Deine Beziehung zu Deinem Kind. 

 

 Hier nun ein paar Ideen und Impulse: 

 

  •  Hilfreich ist, wenn Du Deinem Kind und seinem Bedürfnis nach Nähe zuvorkommst und es proaktiv zu Kontakt und Nähe einlädst. 

 

  • Wie bei einem üppigen Festmahl für Gäste bietest Du MEHR an als nachgefragt wird (die "Gäste" sollen ja nicht hungrig nach Hause gehen ;-) 

 

  • Kontakt und Nähe kann auf so viele verschiedene Arten erfolgen - je nach Alter, Entwicklungsstand und Interessensgebiet Deines Kindes: Hier kannst Du kreativ werden und Dein Kind noch besser kennenlernen. Worüber würde sich Dein Kind freuen? Wofür interessiert es sich gerade? Was kann Dein Kind besonders gut? Was ist sein liebstes Hobby? Womit könntest Du Dein Kind überraschen? Das kann beispielsweise ein neues schönes Spiel sein, ein kleiner Piratenaufkleber, ein Glitzerstift oder ein kleiner Liebesbrief von Dir an Dein Kind sein... 

 

  • Ihr lest gemeinsam das Lieblingsbuch Deines Kindes oder schaut gemeinsam einen schönen Film, spielt Ball oder baut gemeinsam eine Burg aus Sand... 

 

  • Du kochst Deinem Kind einen leckeren Kakao oder bereitest sein Lieblingsessen vor und lädst es zu einer Runde Kuscheln auf dem Sofa ein. 


  •  Du überrascht Dein Kind mit einem gemeinsamen Ausflug in den Zoo, ins Schwimmbad, in einen Kletterpark oder einen Abenteuerspielplatz. 

 

  • Oder Du bist einfach bei Deinem Kind und beschenkst Dein Kind mit Deinem Interesse und Deiner Präsenz. 

 

Du wirst sehen: Wenn die Bedingungen dafür förderlich sind, ensteht Bindung spontan! 

 

Welche Bindungseinladungen funktionieren gut in Deiner Beziehung zu Deinem Kind? Was bringt die Augen Deines Kindes zum Leuchten? 

 

Nimm' bitte die oben beschriebenen Wege und Möglichkeiten als Ideen und Impulse - ohne Dir damit Druck zu machen...Wenn hierzu Fragen bei Dir auftauchen und Du Dir an bestimmten Stellen mehr Unterstützung und Orientierung wünschst, so schreibe mir gerne dazu! 

Sechs Anzeichen geglückter Bindung: Woran Du merkst, dass die Bindungsinstinkte Deines Kindes aktiviert sind 

Hand aufs Herz: Wie steht es denn um die Beziehung mit Deinem Kind? Weißt Du wie Du die Bindung mit Deinem Kind nährst? Und: Woran merkst Du denn überhaupt, dass es "geklappt hat" mit dem Nähren und die Bindungsinstinkte Deines Kindes aktiviert sind? 

 

Hier folgen einige Impulse: Wenn wir mit Menschen in Beziehung gehen, nehmen wir normalerweise Augenkontakt auf, manchmal lächeln und nicken wir auch. So beginnt üblicherweise der menschliche Bindungstanz. Achte doch einmal bei Deiner nächsten zwischenmenschlichen Begegnung darauf. Und wende diesen kleinen Bindungstanz bei Deinem Kind einmal bewußt an. 

 

Das ist also der Anfang des zwischenmenschlichen Tanzes und wir tun gut daran, diesen nicht zu überspringen. Denn nur wenn die Bindung zu Deinem Kind angewärmt ist... 

 

  •  Will Dein Kind es Dir recht machen und Dich erfreuen 

 

  •  Ordnet Dein Kind sich Dir unter, schaut zu Dir auf und hört Dir zu 

 

  •  Sucht Dein Kind bei Dir nach Orientierung und folgt Dir 

 

  • Ist Dein Kind loyal und hilft mit 

 

  • Übernimmt Dein Kind Deine Werte und ahmt Dich nach 

 

  •  Will Dein Kind Dir nahe sein und teilt seine Geheimnisse 

 

 Wenn es also beim nächsten Mal "hakt" zwischen Dir und Deinem Kind - denk' dran: Immer zuerst die Bindungsinstinkte aktivieren, bevor Du eine Weisung gibst. 

 

 Oder kurz und knapp: BINDUNG VOR WEISUNG 

 

Das ist bei manchen Kindern allerdings leichter gesagt als getan. Woran es liegen kann, wenn Dein Kind immer bestimmen will und das letzte Wort haben muß, erkläre ich Dir in meinem nächsten Blogpost.


Wenn's einfach nicht rund laufen will...

es gibt Zeiten, in denen läuft der Bindungstanz mit unseren Kindern einfach nicht rund - wir bekommen unser Kind nicht wirklich eingesammelt oder der "Bindungsfaden" rutscht uns immer wieder aus der Hand.

Statt uns zu folgen, sich an uns zu orientieren und uns gefallen zu wollen ist unser Kind vorlaut, bestimmerisch, und will immer das letzte Wort haben. Die natürliche Hierarchie der Eltern-Kind-Beziehung, in der wir als Eltern im fürsorglichen Alpha für unser Kind sind, ist in diesen Momenten auf den Kopf gestellt. Unser Kind übernimmt die Führung. Sapperlot!

Von einer vorlauten 4jährigen herumkommandiert zu werden ist für die meisten Eltern keine so einfache Stelle. Die Versuchung ist groß, unseren elterlichen Machtmuskel spielen zu lassen.

Doch das macht wahrscheinlich alles nur schlimmer: Einem Alpha-Kind mit Härte und Trennung zu begegnen, feuert die Dynamik nur weiter an.

Stattdessen kannst Du Dich fragen:

Wie geht es mir gerade mit meiner elterlichen Führung? An welchen Stellen braucht es evtl. mehr Wärme, Klarheit oder Orientierung?

Lade ich mein Kind immer wieder bewußt in die Abhängigkeit, in sein "Klein-Sein" ein?

Oder stelle ich zu viele Fragen und überlasse meinem Kind zu viele Entscheidungen? Entscheidungen, mit denen es wahrscheinlich überfordert ist?

Schenke ich meinem Kind immer wieder ein "Nein in Bezogenheit"  oder versuche ich eher die Umstände zu ändern, um Tränen oder einen Wutanfall meines Kindes zu vermeiden?

Vermittle ich meinem Kind unterschwellig, dass es für mich "zu viel" oder "zu schwierig" ist?

Oder hat mein Kind vielleicht begonnen, sich mehr an Gleichaltrige zu binden statt sich an mir zu orientieren?

Es gibt unzählige Gründe, weswegen sich die natürliche Bindungshierarchie umkehren kann und ein Kind in der Alphaposition landet. Schließlich ist die abhängige Rolle auch mit viel mehr Verletzlichkeit verbunden. Eine Verletzlichkeit, die manchmal schlichtweg zu viel ist. Kennen wir das nicht alle? Gerade sehr empfindsame Kinder rutschen übrigens schnell in die Alphaposition.

Und es gibt unzählige Gründe, weswegen es uns als Eltern an der ein oder anderen Stelle schwer fällt, uns ganz an den Platz der elterlichen Führung zu stellen. Wir alle haben unsere guten Gründe dafür, weswegen uns das passiert. Ich mag Dich einladen, an der Stelle milde auf Dich zu blicken. Du bist auf dem Weg. Wir alle sind auf dem Weg.

Wir kommen schließlich nicht als Großeltern zur Welt.

So gewinnst Du Dein Alpha-Kind zurück


Wir alle kennen Kinder, die besserwisserisch und fordernd sind, das letzte Wort haben müssen und uns genau vorschreiben, wie wir für sie zu sorgen haben.
 
  "Alphakinder" nennen wir sie - und dazu gehören übrigens nicht nur fordernde Kinder sondern auch Kinder, die natürlicherweise (zu) viel Verantwortung übernehmen und sich zuständig fühlen an Stellen, an denen im Grunde wir als Erwachsene zuständig sind.
 
 Ein "Alphakind" verdreht die natürliche Bindungshierarchie zwischen Eltern und Kind, indem es instinktiv in die Führungsrolle geht. Statt uns zu folgen, sich von uns nähren zu lassen und bei uns nach Orientierung und Sicherheit zu suchen, gibt das Alphakind den Ton und die Richtung an.
 
 Ein Alphakind ist zumeist chronisch alarmiert und kommt nur schwer zur Ruhe. Wie anstrengend!
 
 Für uns - aber besonders auch für das Kind, das immer am "Arbeiten" ist.
 Womit können wir das Alphakind entlasten?
 
 Hier kommen einige Vorschläge:
 
Binde Dein Alphakind in natürliche hierarchische Beziehungen ein - das kann zum Beispiel der ältere Cousin sein, zu dem Dein Kind aufschaut und bei dem es "klein" wird oder auch die Tante oder der Großvater, dem Dein Kind zuhört und an dem es sich orientiert.
 
 Schaffe immer wieder Situationen und Umstände, in denen sich Dein Kind auf Dich verlassen muß, z.B. während einer Reise in ein fremdes Land oder bei einem Abenteuer-Wochenende in freier Natur.
 
 Nutze Zeiten von Krankheit und Abhängigkeit, um Dein Alphakind bewußt zu umsorgen und einzusammeln.
 
 Gebe den Alphainstinkten Deines Kindes Raum, indem Du ihm immer wieder die Führung bzgl. bestimmter Aufgaben überlässt: Beim Kochen oder Reparieren, beim Kümmern um ein kleineres Kind, einen älteren Menschen, ein krankes Haustier oder  bei bestimmten Entscheidungen. 
 
 Auch im Spiel kann Dein Kind seine Alpha-Instinkte ausleben - als Chef, als Lehrerin, als Feuerwehrmann, als Arzt oder als Tier-Retterin.
 
 Last but not least: Es braucht Deine stabile und warme elterliche Führung!

Elterliche Führung: Die fünf wichtigsten Prinzipien

Es gibt Menschen, in deren Gegenwart entspannen wir uns natürlicherweise. Menschen, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen und uns Halt und Orientierung anbieten. Ein warmer Blick, eine tiefe ruhige Stimme und eine Haltung von Zuversicht - hier können wir uns einen Moment lang anlehnen und zur Ruhe kommen.
 
Es ist wunderbar, wenn wir als Erwachsene auch diese "Landeplätze" in unserem Leben haben, wenn auch wir eingebettet sind in etwas, das "größer" ist als wir - so dass wir auftanken können und von dem Platz aus gestärkt zurück gehen können in die Beziehung mit unseren Kindern. Denn: Das Große hält das Kleine - überall ist es so, in der Tierwelt, in der Pflanzenwelt, sogar im Kosmos.
 
 Wie werden wir also zu dem "Großen" für unsere Kinder? Welche Prinzipien gilt es zu beachten?
 

  • Eine Haltung von Zuversicht und Souveränität. Heißt: "Ich weiß Bescheid", "ich kümmere mich", "mach' Dir keine Sorgen, wir werden hier gut durchkommen", "Ich bin an Deiner Seite", "Du kannst Dich auf mich verlassen". Nicht, dass wir uns immer so selbstsicher und zuversichtlich fühlen...Aber das ist es, was wir vermitteln. Im Zweifel mit ein bißchen Blöff...

 

  •  Die Fähigkeit, unsere Gefühle und Bedürfnisse weitestgehend in unserem Innenraum zu belassen. Das ist ein feiner Tanz, denn natürlich sind wir auch immer wieder bewegt von unseren eigenen Emotionen. Doch wenn es darum geht, das "Große" für unserer Kinder zu sein, macht es Sinn, unsere eigenen Bedürftigkeiten weniger explizit zu machen. Sonst geht der Effekt flöten ;-) (...und Dein Kind fühlt sich möglicherweise veranlasst, Verantwortung für Dich zu übernehmen)

 

  • Wir sind großzügig und proaktiv in dem, was wir anbieten: Nahrung und Nähe, Orientierung, Halt, Verständnis, Trost und natürlich Interesse für die Welt des Kindes! Hier gilt das Prinzip "Festmahl": Wir bieten mehr an als nachgefragt wird. Schließlich wollen wir ja nicht, dass die Gäste hungrig nach Hause gehen.

 

  •  Das Schlüsselprinzip schlechthin ist: Wir kennen, verstehen und sehen unser Kind. Wir wissen, womit wir die Augen unseres Kindes zum Leuchten bringen, womit wir es überraschen können und es eingesammelt bekommen. Wir sind die Expertinnen und Experten für unsere Kinder!

 

  • Und wir überbrücken Zeiten, in denen es nicht rund läuft: Zeiten, in denen sich das Kind "daneben benimmt". Zeiten, in denen sich die Eltern-Kind-Beziehung wackelig anfühlt. Zeiten, in denen wir angegriffen sind - sei es weil wir krank sind oder einfach gerade nicht so präsent sein können, wie wir es gerne wären. Davon geht die Welt nicht unter. All das rüttelt nicht an den Grundfesten der Beziehung: Die Beziehung ist viel größer als diese Probleme. Größer als alle Fehltritte, größer als menschliche Schwächen, größer als ein zeitweiliges Wackeln in der Beziehung.

 
Bei all dem Gesagten vergiss' bitte nicht: Es braucht Zeit, um in seine ureigene Weise des "Großen" hineinzuwachsen. Es ist ein Entwicklungsprozess, für den es nicht den EINEN Weg gibt. Also erwarte nicht zu viel von Dir! Lass' Dich einfach leiten von Deiner Sehnsucht, das "Große" im Leben Deines Kindes zu sein. Der Platz, an dem Dein Kind klein sein kann, sich anlehnen kann, der Platz, an dem es zur Ruhe kommen kann.
 
Hier gibt's noch 'nen Filmptipp: "Gilly Hopkins - Eine wie keine". Vielleicht entdeckst Du die Prinzipien von elterlicher Führung in Gillys Pflegemutter Maime Trotter - die Zuversicht, die Großzügigkeit der Einladung, die Einsicht und das Überbrücken von Fehlverhalten (und da gibt es viiiiel zu überbrücken). 

Elterliche Führung: 5 häufige Fehler und wie Du sie vermeidest


Glaub' mir, ich wußte zu Beginn meiner Elternschaft mit dem Begriff "elterliche Führung" gar nichts anzufangen - geschweige denn, dass es einen innerlichen Bezug dazu gab oder gar eine innere Landkarte, auf die ich zurückgreifen konnte. Ich steuerte komplett durch den Nebel - solange bis es nicht mehr ging: Die Schwierigkeiten waren zu groß geworden, der Schmerz zu stechend und die Sehnsucht etwas anders zu machen, zu drängend.

So begab ich mich auf die Reise, durchlief 2015 das erste TransParents-Jahrestraining und begann kurz darauf mit meinem Studium der Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung.

Diese Reise führte dazu, dass ich schlußendlich in meine ureigene Weise von elterlicher Führung hereingewachsen bin und weitestgehend stabil darin stehe (zwischenzeitliches Wackeln in schwierigen Zeiten inklusive...).

Bevor ich mich auf diese Reise gemacht habe, bin ich immer wieder über folgende 5 Fehler gestolpert - Fehler, die Du auf mehr oder weniger einfache Weise vermeiden kannst: 

  • Du stellst zu viele Fragen. Du willst nicht über Dein Kind bestimmen und es in Entscheidungen mit einbeziehen? Fein, aber übertreib es nicht - vor allem nicht, wenn es um Versorgung, Nähe und Kontakt geht. Stell Dir einmal vor, Du bist als Besucher in einem fremden Land und vertraust Dich einer Fremdenführerin an. Was brauchst Du, um Dich sicher und gut umsorgt zu fühlen? Wo beginnst Du Dich zu entspannen in diesem fremden Umfeld? Bei einer Fremdenführerin, die es Dir unbedingt recht machen will und Dir immer wieder verschiedene Auswahlmöglichkeiten an die Hand gibt oder bei einer Fremdenführerin, die Dir klar und freundlich sagt: "Schauen Sie, dies möchte ich Ihnen gerne zeigen - das ist der Plan für heute."


  • Du erklärst zu viel. Vor allem bei kleineren Kindern machen Erklärungen nicht so viel Sinn. Ihre Lebenswelt ist viel weniger rational gesteuert als wir üblicherweise annehmen. Was viel stärker wirkt, ist Deine Haltung: Deine klare Präsenz und warme Bestimmtheit - und dafür braucht es nicht viele Worte. Wenn Du eine Entscheidung triffst, die Deinem Kind nicht gefällt, dann erwarte, dass es frustriert ist und begleite es in seiner Frustration - aber bleibe bei Deiner Entscheidung.


  • Du fängst an zu wackeln, wenn die von Dir getroffene Entscheidung Deinem Kind nicht gefällt. Vielleicht hast Du Angst vor der Reaktion und dem Widerstand Deines Kindes oder Du hast Angst, dass sich Dein Kind von Dir abwendet, wenn Du ihm diese Erfahrung (von Vergeblichkeit) zumutest. An der Stelle tut es gut, sich daran zu erinnern, dass das Leben bekanntermaßen voller Frustrationen ist und wir unsere Kinder nur dann angemessen auf das Leben vorbereiten, wenn wir ihnen immer wieder ein Nein in Bezogenheit SCHENKEN. Wohlgemerkt - ein Nein in Bezogenheit, d.h. wir begleiten das Kind durch seine Frustration hindurch. Im besten Fall bis hin zu seinen Tränen...


  • Du sprichst zu viel über Deine Bedürfnisse und Schwächen. Du vermittelst Deinem Kind, dass es zu schwierig ist für Dich, dass Du eine Auszeit von ihm brauchst und Du am Ende mit Deinem Latein bist...Auch wenn dem so sein sollte - und klar, kommen wir immer mal wieder an diese Stellen - bitte behalte es für Dich und suche Dir einen Raum dafür, in dem Deine Unsicherheit und Frustration Platz hat und Du Unterstützung bekommst. Aber vermittle Deinem Kind, dass Du natürlich weißt, wie Ihr hier durchkommt und es immer einen Weg gibt - auch wenn es zuweilen schwierig ist.


  • Du verstehst Dein Kind zu wenig. Dein Kind ist Dir ein Rätsel und Du weißt nicht, mit welchem Pflänzchen Du es hier zu tun hast und welche Bedingungen es braucht, um sich gut zu entwickeln? Genau wie in der Arbeitswelt gilt auch beim Elternsein: Ein guter Chef kennt und "liest" seine Mitarbeiter - er oder sie weiß genau, welches Projekt für wen geeignet ist, wo die Stärken der einzelnen Mitarbeiter liegen und was wem zuzumuten ist. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen, um Verständnis und Einsicht in Dein Kind und sein Verhalten zu gewinnen (hierbei unterstütze ich Dich im Elterncoaching ;-) 


Hand aufs Herz: An welchen Stellen erkennst Du Dich wieder?
Welche Infos wünschst Du Dir für kommende Blogposts, damit Du Dich an den wackeligen Stellen sicherer fühlst? Schreib mir gerne dazu! 

Wenn Dein Kind für Bindung arbeitet: 5 Tipps um Dein Kind zu entlasten...

Dieses Thema geht mir ans Herz: Wenn ein Kind für Bindung arbeitet.
 
Ein Kind spürt genau, wie es sein muß, um die Beziehung zu seinen Hauptbindungspersonen stabil zu halten. Und damit sein Bedürfnis nach Nähe, Schutz und Geborgenheit erfüllt zu bekommen.
 
Wenn sich - aus welchen Gründen auch immer - die Hauptbeziehungen eines Kindes gerade wackelig anfühlen und zu viel Trennung im Raum steht, beginnt das Kind, für Bindung zu arbeiten.
 
Denn: Bindung bedeutet für ein Kind Überleben. Und natürlich wächst die Fähigkeit, mit Trennung umzugehen mit dem Alter und der Reifeentwicklung Deines Kindes.
 
Wenn ein Kind für Bindung arbeitet kann das so aussehen - 
 je nach Bindungseinladung des Gegenübers: 

  • es macht sich leicht und unkompliziert,
  • es macht sich übertrieben süß, lieb und folgsam,
  • es ist selten wütend,
  • es macht sich kleiner als es ist,
  • oder auch: es macht sich erwachsener als es ist,
  • es ist auffallend tapfer und leistungsstark.


Die schlechte Nachricht ist: Ein Kind, das für Bindung arbeitet, bleibt unsicher, rastlos und bindungshungrig.
 
Was kannst Du also tun, um Dein Kind von seiner Bindungsarbeit zu entlasten?
 
Du weißt es bereits: Im Zweifel geht's immer wieder zurück zu den Basics.
 
Beziehung stärken. Trennung reduzieren.
 
Also: 

  • Du vermittelst Deinem Kind, dass Du immer an seiner Seite bist - komme was wolle
  • Du lädst Dein Kind großzügig dazu ein, bei Dir zu sein (auch mit seinen schwierigen Seiten...)
  • Du bietest Deinem Kind dadurch eine Art Bindungshängematte an, in der sich Dein Kind aufgehoben fühlt
  • Du vermittelst Regeln und Grenzen in Verbundenheit und siehst von trennungsbasierten Disziplinierungsmaßnahmen ab (dazu ein andern Mal mehr...)
  • Du reparierst Bindungsabbrüche - z.B. nach Konflikten oder wenn Du selbst einmal deine Mäßigung verloren hast...


P.S.: Bitte nimm obige Liste (zum Kind das für Bindung arbeitet) als Inspiration. Bei all dem ist es immer wichtig, genau hinzuschauen! Hinzuschauen, was wirklich hinter dem Verhalten deines Kindes steht (dabei unterstütze ich Dich gerne...)

Diese Fragen solltest du dir stellen: Sieben Fragen für mehr Verbindung 

In diesem Blogpost verrate ich dir sieben Fragen, die ich in der Elternberatung häufig stelle.

Fragen, an denen du nicht vorbeikommst, wenn du dein Kind besser verstehen und unterstützen willst.

Diese Fragen sind immer wichtig.

Ganz besonders aber, wenn dein Kind viel mit Wutanfällen zu tun hat.

Denn: Die Fragen, die du stellst prägen den Blick auf dein Kind. Und der wiederum bestimmt dein Verhalten

Achte mal drauf: Es gibt Fragen, die dein weiches Herz und dein Mitgefühl stärken. Fragen, die dich zu mehr Einsicht und Verbindung mit dir selbst und deinem Kind bringen.

Das fühlt sich meistens ziemlich gut an!

Es gibt aber auch Fragen, die dich eher eng machen.

Fragen, die trennen statt zu verbinden.

Fragen, die dich wegtragen vom Hier und Jetzt.

Wie zum Beispiel: Wieso kann sie sich nicht einfach benehmen? Wie soll das erst werden wenn er in der Pubertät ist? Was hab ich nur falsch gemacht?

Hier kommen sieben Fragen, die hilfreicher sind: 

  • Was war vor dem Wutausbruch? Wie war der bisherige Tag? Ist etwas passiert, das mein Kind frustriert oder alarmiert?

 

  • Was im Leben meines Kindes ist gerade zu viel für mein Kind? An welchen Stellen ist weniger mehr?

 

  • Wo ist mein Kind vielleicht mit zu viel Trennung konfrontiert? Was trägt dazu bei, dass seine Frustration anwächst? 

 

  • Wie kann ich mein Kind dabei unterstützen, seine Frustration regelmäßig auszudrücken? Welche Ausdrucksformen ziehen mein Kind natürlicherweise an? 

 

  • Was hilft meinem Kind, weicher zu werden? Welche Bedingungen tragen dazu bei? 


  • Wann schmiegt sich mein Kind an oder kommt kuscheln? Wann öffnet es sich und erzählt von dem, was es gerade in seinem Leben beschäftigt?  

 

  • Was braucht es, damit mein Kind zu seinen Tränen findet? 


Um die Tränen gehts im nächsten Blogpost.  

Die sind nämlich ein Schlüssel dafür, dass dein Kind lernt mit Dingen zurechtzukommen, die sich nunmal nicht ändern lassen.

Ein Schlüssel dafür, dass dein Kind resilienter wird.
 
Aber jetzt erstmal viel Freude beim Fragenstellen!

Spielend Bindung stärken - so geht's! 

Das erlebe ich immer wieder in meiner Elternberatung: Spiel bringt in schwierigen Situationen oft den entscheidenden Dreh.

Den Dreh, um angespannte Situationen zu entschärfen.
Den Dreh, um ein Kind in Abwehr wieder einsammeln zu können.
Den Dreh in Richtung Wiederverbindung.

Fest steht: Spielen ist gut für Beziehungen!

Also - wenn’s in der Beziehung mit deinem Kind mal hakt und ruckelt, kann Spiel ein eleganter Weg sein, um wieder in Verbindung zu kommen.

Denn Spielen verbindet auf indirekte Weise.

Das ist vor allem dann hilfreich, wenn eine direkte Ansprache viel zu intensiv wäre.

Zum Beispiel nach Zeiten von Trennung. Nach einem Streit. Wenn dein Kind (weswegen auch immer) gerade in Abwehr ist. Oder wenn du ein sehr empfindsames Kind hast.

Hier kommen sechs Wege, mit denen du die Beziehung zu deinem Kind spielerisch wiederaufnehmen und stärken kannst:

  • Mit Humor und Überraschungseffekten: Das Spielen der Lieblingsmusik deines Kindes, dem Tragen einer Maske, eines Spielhuts oder einer Clownnase (na gut, ist vielleicht nicht jedermanns Sache...) 
  • Mit Kontakt auf der körperlichen Ebene: Sanftes Kitzeln, Massieren, Rücken streichen, Ringen, Tanzen….
  • Mit dem Lieblingsspiel deines Kindes: Sei es Fußball oder Basketball, ein Versteckspiel, eine Runde Schach, Kaplatürme bauen oder auch minecraft bei älteren Kindern. Oder einen Schokokuchen backen. Das Hochbeet mit Blumenzwiebeln fürs nächste Frühjahr bepflanzen. Eine Nachtwanderung durch den herbstlichen Wald machen - inklusive kleiner Gruselgeschichte.
  • Mit einer vorbereiteten Spieleumgebung, die zu deinem Kind passt: Zeichenpapier und Buntstifte, Ton, Knete, Bauklötze, Handpuppen, Verkleidungskiste, Schnitzholz und Schnitzmesser…
  • Mit einem täglichen Spieleritual: Kuscheln mit Teddy und dem Lieblingsbuch nach der Kita. Der Stofftierkreis am Abend, bei dem die Tiere genauso wie dein Kind von ihrem Tag erzählen. Oder das vorgesungene Lieblingsschlaflied deines Kindes. Oder die tägliche Gute-Nacht-Geschichte aus Papas Leben.
  •  Mit einem wöchentlichen Familienspieleritual - zum Beispiel dem Brettspiele- oder dem Riesenpuzzlefreitag. Oder einer Familienfilmnacht mit Pizza am Samstag. 


Eigentlich ziemlich simpel, oder?

Nur: Wir müssen den natürlichen Spieleimpuls in uns selbst wieder entdecken. Und der geht uns in Zeiten von Stress schnell verloren...

Den eigenen Spielgeist rauszukramen lohnt sich! 

Denn: „Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden. Wir werden alt, weil wir aufhören, zu spielen!“ - wußte schon George Bernard Shaw.

Elterliche Führung: Diese drei Filme haben mich inspiriert! 

Lang hab ich selbst gerungen mit dem Thema elterliche Führung: Was soll das überhaupt sein? Wie komme ich da hin? Und - woran kann ich mich orientieren?
 
Tja - dafür gibt's nunmal leider kein Handbuch. Und das ist auch gut so.
 
Es geht bei elterlicher Führung nämlich nicht um eine Technik.
 
Sondern um etwas zutiefst Natürliches und Intuitives, das in uns allen angelegt ist.
 
Es geht dabei um etwas Instinkthaftes, das dich angesichts von Bedürftigkeit und Abhängigkeit dazu bewegt, Führung und Fürsorge zu übernehmen.
 
Etwas, das dein Kind schon jetzt übt - während es mit seinen Puppen spielt, das Haustier füttert oder sich um den kleinen Bruder oder seine kranke Großmutter kümmert.
 
Leider ist uns der Zugang zu dieser natürlichen Intuition oftmals abhanden gekommen.
 
Und so macht es Sinn, sich inspirieren zu lassen.
 
Eine meiner Lieblingsinspirationsquellen sind Filme.
 
Zum Beispiel diese drei...
 
„Man lernt nie aus" mit Robert De Niro als Ben Wittaker: Ein perfektes Beispiel für die Haltung von fürsorglicher Präsenz! Und ein perfektes Beispiel für das, was diese fürsorgliche Präsenz im Gegenüber auslösen kann: Weichwerden, Beruhigen, Anlehnen, Fühlen. Das funktioniert nicht nur bei erfolgreichen Startup-Managerinnen - sondern auch bei deinem Kind!

„Gilly Hopkins - Eine wie keine" mit Kathy Bates als Maime Trotter: Hier schmelzt die Pflegemutter Maime Trotter mit ihrem großen, weichen Herzen die Abwehr und den Gegenwillen der kratzbürstigen Gilly Hopkins. Sie hält an Gilly fest - trotz deren anhaltenden Fehlverhalten. Maime Trotter ist die großzügige Bärenmama, die Gilly braucht, um weicher zu werden und in ihrem Leben mehr zur Ruhe zu kommen.
 
„Mein Kind vom Mars" mit John Cusack als David Gordon: Gordon versteht wie sein Adoptivsohn (der meint vom Mars zu kommen) tickt. Er stimmt sich auf ihn und seine eigenwillige Art ein. Gleichzeitig gibt er seinem kleinen Marsianer die Regeln an die Hand, die er hier auf der Erde braucht, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Durch seine großzügige Bindungseinladung erdet er sein Kind vom Mars immer wieder von neuem.
 
Auch grandios zum Thema elterliche Führung: „Blind side - die große Chance" mit Sandra Bullock und natürlich „Das Leben ist schön" von und mit Robert Benigni.
 
In all diesen Filmen blitzen die verschiedensten Aspekte elterlicher Führung auf.
 
Aber: Was ist das Gemeinsame an all diesen Beispielen?
 
Geht es darum, alle Antworten zu haben? Nein!
 
Oder darum, alles richtig zu machen? Ganz sicher nicht!
 
Oder liegt dem Ganzen eher eine innere Haltung zu Grunde - eine Haltung, in der Führung eine Art Herzensangelegenheit ist? Ganz sicher JA!
 
Denn: Letztlich zählt nicht das, was du für dein Kind tust. Sondern das, was du für dein Kind BIST und WIE du für dein Kind anwesend bist!
 
Was spricht dich an den Beispielen besonders an? Welchen Aspekt deiner elterlichen Führung möchtest du gerade stärken? Was könnte dir und deinem Kind gut tun?